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RWE startet Erinnerungskultur-Projekt

"Nie wieder!": Die wichtige Botschaft am "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus." (Foto: EC)

„Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt. Ihr müsst alles wissen, was damals geschah. Und warum es geschah“, sagte einst Esther Bejarano, die im Jahr 2021 verstorbene deutsche jüdische Überlebende des KZ Auschwitz-Birkenau.

Am „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ erinnern Rot-Weiss Essen und Essener Chancen an die Millionen von Menschen, die den unfassbaren Verbrechen des NS-Regimes zum Opfer gefallen sind. „Nie wieder ist jetzt“ heißt das Motto, unter dem der deutsche Profifußball rund um den Gedenktag der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz am 27. Januar 1945 allen Opfern gedenkt.

Mensch sein und Haltung zeigen in diesen Zeiten, in denen die Werte unserer Gesellschaft und unsere Demokratie offen angegriffen werden, sind wichtiger denn je geworden. Dazu gehört eine lebendige und ehrliche Erinnerungsarbeit im Verein, die sich mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus ebenso beschäftigt wie mit den Schicksalen seiner ermordeten oder gefallenen Vereinsmitglieder in dieser schrecklichen Zeit.

Aus diesem Grund hat Rot-Weiss Essen jetzt ein Projekt für Erinnerungskultur gestartet. Gemeinsam mit den Essener Chancen, dem Haus der Essener Geschichte / Stadtarchiv der Stadt Essen, dem AWO-Fanprojekt Essen sowie mit der Unterstützung des Historischen Instituts der Universität Duisburg-Essen und Vereinshistoriker Georg Schrepper werden in den nächsten Monaten und Jahren verschiedene Aktionen, Veranstaltungen und Forschungsprojekte gestartet und durchgeführt.

„Unsere Erinnerungskultur ist eine langfristig angelegte Aufgabe, mit der wir einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag zur politischen Bildungsarbeit und Antidiskriminierungs-Prävention leisten wollen“, so Daniel Mucha, Fanbeauftragter und Leiter der Abteilung Fanbetreuung bei Rot-Weiss Essen: „Unser Ziel ist es, dass wir in Zukunft gemeinsam mit unseren Fans und Mitarbeitern verschiedene Projekte und Formate entwickeln und durchführen, um die Erinnerung an die Opfer und die daraus resultierende Verantwortung für die Gegenwart mit Leben zu füllen.“

Das erste Projekt ist eine wissenschaftliche Forschungsarbeit zu dem Thema „Zwangsarbeiter auf Essener Sportplätzen“. Auf dem heutigen Rot-Weiss-Stadiongelände hatte es während des NS-Regimes ein Zwangsarbeiterlager gegeben. Daniel Mucha: „Gemeinsam mit unseren Partnern und Unterstützern werden wir diesen Umstand bestmöglich untersuchen und durch eine wissenschaftliche Arbeit in Form einer Bachelorarbeit veröffentlichen. Das wird mit Sicherheit noch viele Monate dauern, aber es ist zum Start unserer Erinnerungskultur ein großer Ansporn, den Menschen, die als Zwangsarbeiter an der Hafenstraße leiden mussten, ein ehrendes Andenken zu erschaffen.“