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Lebendige Essener Erinnerungskultur

Auch die 1. Mannschaft besuchte die Ausstellung (v. l. n. r.): Chef-Trainer Christoph Dabrowski, Kapitän Vinko Sapina und Torhüter Jakob Golz. (Fotos: EC)

Fanbeauftragter Daniel Mucha berichtete Schülern…

... und den RWE-Profis vom dunklen Geschichtskapitel.

Klares Statement von RWE (v. l. n. r.): Profifußball-Direktor Marcus Steegmann, Sportdirektor Christian Flüthmann, Sapina, Golz und Dabrowski.

Die RWE-Mannschaft in der Fanprojekt-Ausstellung „Aber die Hauptsache ist, dass wir da sind“.

Ein ergreifendes Stück Essener Stadtgeschichte konnten die Besucherinnen und Besucher der Wanderausstellung „Aber die Hauptsache ist, dass wir da sind“ erleben. Im Rahmen der „Internationale Wochen gegen Rassismus“ hatten Rot-Weiss Essen, das AWO-Fanprojekt Essen und die ESSENER CHANCEN in „Melches Hütte“ eingeladen, um die bewegende Geschichte der erfolgreichen Flucht sechs jüdischer Frauen aus dem KZ-Außenlager Buchenwald an der Humboldtstraße in Essen im März 1945 zu erleben.

14 Tage lang war die Wanderausstellung, die ausgesuchte Dokumente und Texte zur Flucht der jüdischen Frauen in die Freiheit präsentierte, zu sehen. Nach ihrer Flucht wurden die jungen Frauen bis zum Einmarsch der alliierten Truppen am 11. April 1945 von mutigen Essener Bürgerinnen und Bürgern versteckt. Ein emotionales und vorbildliches Beispiel für Zivilcourage und Menschlichkeit in den schlimmsten und dunkelsten Tagen der deutschen Geschichte.

Vertieft wurde das Projekt mit zwei Vorträgen für Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Essen Nord-Ost und des Mädchengymnasiums Borbeck sowie für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Dr. Claudia Kauertz, Leiterin des Hauses der Essener Geschichte / Stadtarchiv, und der RWE-Fanbeauftragte Daniel Mucha referierten über die Entstehung der Wanderausstellung, die dramatische Lage der mehr als 40.000 Zwangsarbeiter in Essen zur Zeit des NS-Regimes und berichteten dabei direkt aus erschreckend-ergreifenden Quellen von Augenzeugen und Betroffenen.

„Mit der Wanderausstellung haben wir ein wertvolles Stück Erinnerungskultur lebendig werden lassen. Es war für alle ein emotionales Erlebnis, an dessen Ende die wichtige Erkenntnis stand, dass Menschlichkeit unverzichtbar ist“, so der RWE-Fanbeauftragte Daniel Mucha.

Das Projekt entstand im Jahr 2022 aus einer Kooperation zwischen dem Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv und dem Mädchengymnasium Essen-Borbeck. Die beiden damaligen Essener Schülerinnen Elisabeth Nierodkiewicz und Amelie Sonntag, Abiturjahrgang 2022, nahmen mit ihrem historischen Projekt am Jugendwettbewerb „Remember Resistance 33-34“ der Gedenkstätte „Deutscher Widerstand“ und des Vereins „Gegen das Vergessen – Für Demokratie e.V.“ teil. Sie gewannen einen Geldpreis, mit dem die Umsetzung einer Wanderausstellung zum Projekt realisiert werden konnte.