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Bolzplatz-Paten: Anstoß am Abzweig Aktienstraße

Auf neuem Geläuf: Die Bolzplatz-Paten waren in Borbeck zu Besuch. Fotos: Müller/EC

Anstoß an der Aktienstraße: Die Promi-Paten Frank Mill und Andreas Niedrig weihen den „Bolzer“ in Borbeck ein.

Frank Mill (mi.) mit den Rot-Weissen Timo Becker und Cedric Harenbrock sowie Vertretern der Essener Chancen, des RWE-Aufsichtsrats und der Jugendhilfe Essen.

„Bolzplatz-Paten Level drei: Der dritte ist der größte“, lobt Ralph Kindel, Projektleiter Grüne Hauptstadt 2017, nicht nur die schicke Anlage am Abzweig Aktienstraße, sondern auch die Arbeit von Grün und Gruga Essen. Die hatte den bis dahin holprigen Untergrund letzte Woche spontan mit neuem Belag versehen. Auf dem frischen Geläuf gab das Borbecker Bolzplatz-Paten-Duo Frank Mill und Andreas Niedrig am Mittwoch den Startschuss für die nächste Runde des stadtweiten Jugendturniers.

Buch- und Filmautor sowie Motivationscoach Niedrig ist sofort mitten im Geschehen, sucht das Gespräch mit den Jugendlichen. Als ehemaliger Triathlet hat der 49-Jährige mit Fußball nur wenig  am Hut, aber: „Die Sozialinitiative ,1000 Herzen für Essen‘ des Contilia Herz- und Gefäßzentrums ist für mich eine echte Herzensangelegenheit, weil man mit Sport etwas bewegen kann“, ist Niedrig überzeugt. Der Oer-Erkenschwicker hat eine bewegte Historie, blickt auf Drogen- und Knasterfahrungen zurück. Den Teenagern gibt er mit auf den Weg: „Sport ist die einfachste Möglichkeit, das Gefühl zu haben, dass man ein Ziel erreicht.“

Weltmeister Frank Mill lässt‘s deutlich gemütlicher angehen, taucht in Begleitung seines Berner-Sennen-Hundes „Bernhard“ auf, kommt aber gleich zum Punkt: „Ich habe auf Garagentore und Kellerfenster gespielt“, erinnert sich die Fußballlegende. „Die Jungs kommen von der Straße runter und stellen nichts an: eine gute Sache!“ Der schon 58 Kilo schwere Herzensbrecher Bernhard muss dann kurz am Käfigrand warten, damit Mill und Niedrig den Anstoß zur dritten Runde des Jugendturniers der Bolzplatz-Paten geben können. Am Start sind sowohl Mannschaften aus dem Großraum Borbeck wie auch aus Einrichtungen der Jugendhilfe Essen (JHE), beispielsweise dem Frintroper Zentrum (FriZ).
Den entsprechenden Rahmen mit buntem Familienfest, verschiedenen Aktionen sowie Stadionwurst vom Rost besorgen erneut Jugendhilfe und die umsichtigen Veranstaltungstechniker der Jugendberufshilfe Essen. Ebenfalls an der Aktienstraße sind die beiden Rot-Weiss-Essen-Profis Timo Becker und Cedric Harenbrock sowie die RWE-Aufsichtsratsmitglieder Dr. Thomas Hermes und Hans-Peter Schöneweiß: „Wir sind von Anfang an dabei, weil es wichtig ist, solche Bereiche für Jugendliche zu schaffen.“

Bolzplatz-Paten-Logo widmet Platz den Jugendlichen
Die Idee zu den Bolzplatz-Paten entstand in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit der Jugendhilfe Essen: „Alle Leute fordern immer, dass Jugendliche etwas sinnvolles mit ihrer Zeit anstellen, dabei gibt es heutzutage im Grunde keinen Platz, an dem sie das tatsächlich können“, weiß Frank Felden, Teamleiter der JHE-Kinder- und Jugendarbeit. In Essen werden Bolz- als Spielplätze geführt, so dass dort nur bis 14 Jahre und bis 19 Uhr gekickt werden kann. Deshalb machte sich die Jugendhilfe auf die Suche nach sozial verträglich Orten, an denen Teenager kicken oder sich einfach aufhalten können: „Das Bolzplatz-Paten-Logo widmet diesen Platz den Jugendlichen.“
Neben Promi-Paten und Mitarbeitern der Aufsuchenden Jugendarbeit sollen die Jugendlichen selbst Verantwortung für ihren „Bolzer“ übernehmen: hier ein bisschen für Sauberkeit sorgen, da ein paar eigene Ideen einbringen.

Die Anlage am Abzweig Aktienstraße liegt zentral, wird von den Jugendlichen regelmäßig frequentiert und machte schon vor der Verbesserung einiges her: „Mich beeindruckt besonders die großartige Zusammenarbeit der Kooperationspartner“, ist Tani Capitain, Geschäftsführer der Essener Chancen, nach der gelungenen Einweihung der Aktienstraßen-Anlage glücklich, „mit der spontanen und unbürokratischen Aufwertung des Belags haben Grüne Hauptstadt, Grün und Gruga und die Bezirkspolitiker einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit unseres Projekts geleistet.“




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